Über uns

Seit fast 40 Jahren leistet die UWA kritische und konstruktive Parlamentsarbeit für Alsfeld und seine 16 Ortsteile. Wir stellen nicht nur Mitglieder des Stadtparlamentes und des Magistrats, sondern arbeiten eng mit den Freien Wählern Vogelsbergkreis sowie den Freien Wählern Hessen zusammen, um die Interessen der Einwohner der Großgemeinde Alsfeld auch auf Kreis- und Landesebene mit zu vertreten.

Unabhängig von Lobbyismus und Parteienfilz nehmen wir die Meinungen und Stimmungen der Bürger auf und bringen diese nach kritischer Diskussion in die politischen Gremien von Stadt und Kreis ein. Als freie Wählervereinigung sind wir keine politische Partei und unterliegen somit keinen strategischen Sachzwängen, wie die etablierten Parteien. Sachliche Diskussionen und pragmatische Lösungsfindung sind Kern unserer politischen Arbeit. Dies ist auch in unserer Satzung verankert.

Die Interessen der Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinde Alsfeld stehen für uns im Mittelpunkt. Unser Markenzeichen ist die politische Unabhängigkeit, die die Voraussetzung für eine bürgernahe Politik ist. Mit dieser Grundeinstellung wollen wir an die Probleme herangehen, welche die Zukunft unserer Gesellschaft gefährden.

Warum die UWA für unsere Stadt so wichtig ist

Ein Mitbegründer, Urgestein und langjähriger Stadtverordneter der UWA – Karl-Erich Weber – hat anläßlich der Erstellung dieser Internetseite die Entstehungsgeschichte und die politische Arbeit der UWA in den letzten 30 Jahren aus seiner Sicht erläutert:

„In Alsfeld hatte sich mit dem Verlust der Kreisstadtfunktion 1972 bei vielen Bürgern großer Ärger über die etablierten Parteien aufgestaut. Auch von der teuren Politik in der Stadt wurde nur das veröffentlicht, was der absoluten SPD-Mehrheit nutzte. Erste Gespräche unabhängiger Bürger kamen auf, weil die SPD die Sportstätten nur sehr stiefmütterlich behandelte. Weitere Bürger schlossen sich mit anderen Kritikpunkten an. Im Januar 1977 stellte die UWA schließlich ihre 1.Wahlliste mit 37 Kandidaten für das Stadtparlament auf. Ihr Hauptziel damals: Kontrolle der Parteien, Transparenz der politischen Entscheidungen und Stärkung der Mittelpunktfunktion Alsfelds. Zudem wollte UWA aus Sparsamkeitsgründen den hauptamtlichen 1.Stadtrat wegfallen lassen (Kosten: 0,5 Mio.DM).“

Einzug in das Parlament nach Blitzaktion

„Unmittelbar vor der Wahl verlautbarte der damals amtierende Bürgermeister, die UWA würde sich biologisch erledigen und behauptete zudem noch wahrheitswidrig, Dr. Jäkel, ein Spitzenkandidat der UWA, strebe genau den Posten des 1.Stadtrates an. Da die UWA diese Unwahrheit in der Lokalpresse nicht mehr richtig stellen konnte, druckte sie einen Flyer, den sie am Samstag vor der Wahl in Alsfeld und allen Ortsteilen verteilte. Diese und die gesamten Wahlkosten zahlten die Mitglieder der UWA aus eigener Tasche ohne auf Parteigelder zurückgreifen zu können. Das Wahlergebnis bestätigte die Unzufriedenheit der Bürger mit den Parteien: Die UWA erhielt in der Stadt Alsfeld 30% und in der Großgemeinde 21% der Wählerstimmen. Sie nahm der SPD 5 Sitze und der CDU 3 Sitze ab.“

Aller Anfang ist schwer

„Nun begann für die politischen Anfänger eine sehr harte Zeit, weil sie zum einen mit der Arbeitsweise der Verwaltung nicht vertraut waren und zum anderen nicht immer umfassend informiert wurden. Ein Beispiel dafür, wie mit der UWA-Fraktion umgegangen wurde, liefern die Vorkommnisse um einen Antrag der UWA, zwei Abgeordnete der SPD, die im Kreis die Stadt beaufsichtigten, aus dem Stadtparlament zu entfernen. Denn diesem durften sie laut Rechtslage nicht angehören. Im Parlament trug der Bürgermeister aus einem angeblich offiziellen Schreiben Gegenargumente vor. Dr. Jäkel, UWA-Stadtverordneter, bat darum den Brief einsehen zu dürfen: In dem Brief stand nicht das, was der Bürgermeister vorgelesen hatte.“

Von den eigenen Mitgliedern vorgeführt

„Die unfaire Behandlung setzte sich fort, als im November 1979 der hauptamtliche 1.Stadtrat (SPD) vom Parlament wieder gewählt werden sollte. Es wurden 3 Parlamentarier der UWA „abgeworben“, die dann seiner Wiederwahl mit zustimmten. Nach dem Ausschluss der drei abtrünnigen Mitglieder, entwickelten die verbleibenden UWA-Mitglieder ein neues Vertrauensverhältnis , das bis heute andauert.

Bei der folgenden Kommunalwahl erhielt die UWA wegen dieses Vorgangs nur noch 3 Mandate. Sie erreichte aber immer noch eines ihrer Hauptziele: Verhinderung der absoluten Mehrheit von SPD oder CDU. Mit ihrer weiterhin engagierten und konstruktiven Arbeit in Bezug auf Sparsamkeit im Haushalt, Personalpolitik, Stadtsanierung, Fremdenverkehr, Verkehrsführung, Sportstätten und Ortsteile, wofür besonders Dr. Jäkel und Herr Rodemer Fachleute waren, erwarb sie sich wieder Vertrauen.“

Wieder Probleme mit der Stimmabgabe?

Vor der Einführung der Direktwahl von Bürgermeistern in Hessen 1992, wurde dieser von den Stadtparlamenten gewählt. Ein idealer Nährboden für Parteiengeklüngel, so Karl-Erich Weber:

„Ein weiteres Negativbeispiel für die Politik der etablierten Parteien war die Entscheidung, ob der Bürgermeister wiedergewählt oder die Stelle ausgeschrieben werden soll. Zu dieser Zeit wurde der Bürgermeister noch vom Parlament gewählt. 19 zu 18 ging die Abstimmung zugunsten der Wiederwahl, obwohl die SPD nur über 18 Stimmen verfügte. Der UWA wurde von der CDU unterstellt, sie habe mit der SPD gestimmt. Die UWA konnte jedoch mit Hilfe der Stimmzettel belegen, nicht dafür votiert zu haben, denn die Kreuze waren genau zuzuordnen (im Land HESSEN wurden unter der Regierung Börner/Fischer damals die Kreuze mit verschiedenfarbigen Kulis gemacht). Beim darauf folgenden Wahlgang für das Bürgermeisteramt selbst, mussten die Kreuze mit einem Stempel gemacht werden. Eine vom UWA-Fraktionsvorsitzenden Weber erbetene Sitzungsunterbrechung lehnte die CDU ab, weil sie eine Absprache der UWA-Mandatsträger unterbinden wollte. Diese „Stempelwahl“ ging 19 zu 17 für Hans-Ulrich Lipphardt (SPD) aus, der später, wie sein Vorgänger Jochen Zwecker,, zum Landrat „aufstieg“ und später Vorstand bei der OVAG wurde (Oberhessische Versorgungsbetriebe AG).

Für UWA-Mitglieder und Funktionsträger war die Kommune nie ein Sprungbrett. Sie war und ist ihre politische Aufgabe.“

Trotz oder wegen der Klagen – die UWA macht weiter

„1985 wirkten die Mitglieder der UWA tatkräftig an einem eindrucksvollen Hessentag mit. In der Folge behauptete sie 1989 mit 6 Mandaten weiterhin ihre Position als dritte und unabhängige Kraft im Parlament. Diese ist sie bis heute geblieben, obwohl die SPD sie zwischenzeitlich bis vorm Landgericht und Oberverwaltungsgericht verklagte. Die UWA hat all diese Prozesse gewonnen und konnte ihre Kontrolle auch gegen die beiden Lipphardt-Nachfolger erfolgreich einsetzen, die in unseren Augen beide nicht immer zum Vorteil der Stadt Alsfeld gewirkt haben.

Entgegen der Aussage des damaligen SPD-Bürgermeisters lebt die UWA nach 38 Jahren immer noch, obwohl sie doch eigentlich biologisch schon tot sein müsste. Jetzt bin ich guten Mutes, dass sie munter weiterlebt und bei der nächsten Kommunalwahl wieder 3. Kraft wird. Es gilt für sie heute wie früher:  Dieses Parlament und der Bürgermeister brauchen Kontrolle und die durch die Arbeit der UWA garantierte Transparenz.“

(„Zitate“ von Karl-Erich Weber im Dezember 2015)